Necrotic Flesh, Into Obscurity, Grimnord alias Human Bloodfeast, S.T.A.S.N. - Circle Of Armageddon, Leipzig

erstellt von Germanenhelga am 14.11.07

Ein Blick aus dem Fenster und man könnte sich von der Teppichkante stürzen aber es wird nicht gejammert sondern die Schuhe geschnürt und auf an den Arsch von Leipzig. Irgendwo im Hinterland der Stadt gibt es einen Club namens Circle Of Armageddon, der zum heutigen Samstag ein kleines Konzert veranstaltet. Angekündigt haben sich Necrotic Flesh, Into Obscurity und Grimnord, was eigentlich eine ganz interessante Mischung zu sein scheint. Nach halbstündiger Fahrt ins Nirgendwo, stellen wir fest, dass so gut wie keiner da ist: Ein paar Vereinskollegen tigern am Eingang umher und drinnen tummeln sich ein paar Hanseln an der Bar. Nun gut. Anschließend erfahren wir auch gleich noch, dass keine der oben genannten Bands spielen wird: Ein betretener Blick, ein leicht verlegenes Lachen?: Undergroundiger geht’s nun wirklich nicht mehr!

Gegen 22 Uhr stürmt eine kleine Ansammlung die Bühne und positioniert sich an den Instrumenten, um gleich, ohne Vorankündigung, loszulegen. Krampfhaft überlege ich, wer zum Teufel das sein könnte und die zahlreich anwesenden “Retarded”-T-Shirts geben dann schlussendlich den entscheidenden Hinweis: Auf der Bühne steht S.T.A.S.N., eine junge Band aus Sachsen-Anhalt, die sich hörbar positiv weiterentwickelt hat, seit ich sie das letzte Mal vor 4 Jahren in Halle gesehen habe. Ein ansprechender Mix aus DeathMetal und fast schon grindig anmutenden Passagen wird dem weit verstreuten Publikum um die Ohren gehauen, wobei auch moderne Elemente nicht fehlen. Leider kommt das nicht so ganz differenziert ans Trommelfell, denn der Sound ist so grottenschlecht, dass man Mühe hat, die einzelnen Instrumente richtig wahrzunehmen. Der Sänger geht leider fast komplett unter, eigentlich schade, denn seine Kreisch- und Schreiparts gefallen mir sehr gut. Nichtsdestotrotz legen die Jungs hier eine flotte Sohle aufs Parkett: Langsame Stücke gibt es nicht, stattdessen Hochgeschwindigkeit und einzelne groovige Abschnitte, die dann ab und an zum Mitwippen animieren. Insgesamt gesehen hat mir der Gig ganz gut gefallen, auch wenn es sound-technisch diesmal so gar nicht rund lief. [g]
Zum Thema Sound sei noch anzumerken, dass der Fronter sich auch nicht von einem (dem einem…) Gast dazu überreden lies, doch etwas Einfluss auf die miserable Qualität dieses Klanggewurschtels zu nehmen. Ob der Sound also letztendlich gewollt war oder nicht, ist ja nun egal, schlecht war er allemal. Trotz alledem Hut ab, denn vor den eigens mitgebrachten Fans/Kumpels und 10 anderen Anwesenden zu spielen ohne das Gesicht zu verziehen, bügelt eben benannte Problemchen locker wieder aus! [b]

Inzwischen ist durchgesickert, dass anschließend nur noch eine Band spielen wird, was ich im Normalfall grenzwertig sehen würde aber diesmal trifft die Veranstalter keine Schuld, denn offensichtlich haben es manche Bands einfach nicht nötig, zu sagen, wenn sie nicht spielen wollen oder können, weil nicht genügend dabei “rum kommt”. Gut, soviel zum Thema Underground.[g]
Wenn das mal kein schlechter Witz war, was sich die Herren der nicht erschienenen Bands da leisteten? Einfach nicht kommen und nicht mal Bescheid zu geben, ist ja wohl unterste Schublade (und das nicht nur aus Veranstaltersicht!!!). Und seit wann Geld im Underground ausschlaggebend ist, habe ich wohl verpasst. [b]

Nach einer angenehm kurzen Umbaupause betreten HUMAN BLOODFEAST die Bühne und für die Jungs ist es echt schade, dass nur circa 30 Mann anwesend sind, haben sie doch einen recht langen Anfahrtsweg aus Bayern in Kauf genommen. Aber nichtsdestotrotz treten die Jungs mächtig aufs Gas. Geboten wird solider OldschoolDeath, der recht mitreißend daherkommt und nicht die geringste Langeweile aufkommen lässt. Zuweilen entwickeln die Songs einen recht interessanten Groove, der sogar den besoffensten Zuhörer zum ausgiebigen Bodenrumkullern animiert. Insgesamt gesehen hat mir die Band ausgesprochen gut gefallen und ich denke, dass man sich bald wiedersieht, dann aber hoffentlich vor einem größeren Auditorium. Bis dahin können wir alle mal in den neuen Silberling “She Cums Gutted” hineinlauschen. [g]
Dieser Lobpreisung kann ich mich nur anschließen, schließlich hat sich die Band, nicht zuletzt durch die professionelle Leistung vor dem doch recht überschaubaren Publikum, diese redlich verdient. Der vergleichsweise gute Sound (der im Übrigen den Beweis lieferte, dass das Equipment nicht das Problem war!) erinnerte mich enorm an eine Mischung aus Six Feet Under und Cannible Corpse und besaß ein durchweg geniales Drumfundament. Das begeisterte uns dann doch gleich so sehr, dass wir uns kurzer Hand entschlossen, die Jungens mal genauer unter die Lupe zu nehmen und ihnen in einem “Gast des Monats”- Special (demnächst) ein bisschen genauer auf den Zahn zu fühlen. [b]

Abschließen bleibt einem eigentlich nur noch, die ein oder andere Träne aus dem Gesicht zu wischen, war das Bild, das sich uns an diesem Abend bot, doch niederschmetternd und traurig zugleich. Nicht zuletzt durch diese desaströse Niederlage sieht sich der Verein letztendlich gezwungen, die Flaggen einzuholen und die Zelte abzureißen. Schade eigentlich!!! Aber was soll man sagen, der Underground leidet nun einmal unter zunehmendem Desinteresse, welches sich in eben solchen mangelnden Besucherzahlen niederschlägt. Schade für den Verein und für die Musik, zumal die Akteure des heutigen Abends wohl mehr Aufmerksamkeit verdient hätten. An dieser Stelle noch einmal ein dickes Lob an alle Bandmitglieder, die es letztendlich doch noch ermöglichten, dem Abend ein kleines Fiepen im Ohr zu geben! Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen vor “würdigerem” Publikum!!!


Comments are closed.