Vreid, Marduk, Unleashed - Hellraiser, Leipzig

erstellt von Berzerker am 30.12.07

Es ist ein frösteliger Winterabend und was passt da besser als ein eiskalter Metal - Abend im Hellraiser Leipzig!? Auf dem Plan stehen heute Abend 3 recht ansprechende Bands, die man sich auch 50 Mal anschauen kann, ohne dabei gelangweilt zu werden.

Wir kommen gerade pünktlich in die gute Stube, als VREID loslegen. Leider gibt es anfangs kleinere Kontaktschwächen seitens des Publikums, die aber durch die einladenden Gesten des Sängers schnell überwunden werden und so findet sich vor der Bühne ein recht ansehnlicher Haufen ein. Der Mix aus BlackMetal und Rock`n´Roll ist für manch einen wohl etwas gewöhnungsbedürftig aber ich finde, dass die groovigen Elemente mit den mal schnellen und dann wieder schleppenden Passagen, untermalt von einer extrem gepressten Stimme, sehr gut harmonieren. Vor der Bühne kreisen dann auch recht flott die ersten Matten und die unglaubliche Spielfreude der Band reißt schlussendlich jeden lahmen Mann vom Hocker. Ein rundum gelungener Auftritt, der der guten Stimmung des Abends so richtig Zunder gibt und das Publikum gutgelaunt in die Umbaupause schickt. [g]
Das BlackMetal nicht immer brachial und im Hyperspeed performed werden muss, beweisen die Nordmänner sehr eindrucksvoll. Nicht oft bekommt man einen derartig kalten, antreibenden Sound geboten, der sowohl die typisch norwegischen BlackMetal-Elemente als auch absolut hinreißende, groovige Klänge (die mit ihren zornigen Rhythmen schlicht atemberaubend sind) verbindet. Schön, dass wir an diesem Stück schwarzer Kunst teilhaben können. [b]

Es dauert nicht lange und MARDUK entern die Bretter, was zur Folge hat, dass sich der ganze Inhalt des Saales nach vorne bewegt und es plötzlich vor der Bühne richtig eng wird. Geboten wird ein kompletter Durchlauf aller Alben, den die Meute dankend annimmt. Diese ist mittlerweile in voller Bewegung und einige schreien sich dermaßen die Seele nach ihrem Lieblingssong aus dem Leib, dass mir die Ohren bluten. Insgesamt gesehen eine runde Sache, auch wenn mir persönlich nach einer halben Stunde etwas langweilig wird, die die Fans geradezu frenetisch bejubeln, sodass MARDUK Mühe haben, überhaupt von der Bühne zu kommen. [g]
Die Schweden stürmen die Bühne, um das Publikum mit ihrem Opener “Levelling Dust”, dem schleppend, krachendem Eröffnungsstück der neuen Scheibe “Rom 5:12″, direkt von den Socke zu hauen. Wider Erwarten bietet MARDUK nicht etwa eine Zusammenfassung des neuen Langspielers, nein, vielmehr wird den begierigen Zuschauern ein Potpourri der gesammelten Werke entgegenschleudert. Zu kurz kommt hier höchstens das neue Album selbst. Aber wer kann einer Aneinanderreihung von Klassikern wie “Panzerdivision”, “Baptism By Fire” oder auch “Jesus Christ - Sodomized” schon widerstehen? Der unglaublich professionelle Sound und die perfekte Ausgewogenheit der Songauswahl, beflügeln die Mannen zu Höchstleistungen, sodass sie sich kaum dem Griff des Publikums entziehen können. [b]

Wenn ich an UNLEASHED denke, denke ich an den schlechtgelaunten Sänger Johnny H. und hoffe, dass er an diesem schönen Abend nicht die Mundwinkel auf Kniehöhe trägt. Und, siehe da, der Mann strahlt, tigert auf der Bühne hin und her, sucht ständig den Kontakt mit dem Publikum und legt noch mal mächtig Kohlen nach. Die Jungs strotzen nur so vor Energie, von welcher ich nach einer viertel Stunde bereits total geplättet bin, und geben einen Klassiker nach dem anderen zu Besten: Hitgranaten wie “Winterland”, “To Asgard We Fly”, “Never Ending Hate” oder auch “Triumph Of Genocide” donnern durch den Saal und lassen quasi niemanden mehr ruhig an seinem Platz stehen. Für mich ein absolutes Hammerkonzert, das keine Wünsche offen lässt und den Abend grandios abrundet! [g]
Dem kann ich mich nur anschliessen. Schon lange habe ich keine so spielfreudige und publikumsnahe Band mehr gesehen. Aber dafür sind die schwedischen Routiniers ja auch lange genug im Geschäft und beweisen mit ihren knappen 2 Dekaden Bühnenerfahrung, dass es ausschließlich in der Hand der Band liegt, was aus einem Konzert gemacht wird. Ein perfekter Gig mit perfektem Sound, der keine Wünsche offen lässt! Hoffentlich haben wir noch lange Spaß mit dem DeathMetal - Urgestein. In diesem Sinne: “My warriors scream to me!!!” ? [b]


Comments are closed.