BOA - Bockmühlen Open Air 2008 - Vogtlandarena

erstellt von Germanenhelga am 11.08.08

Das Bockmühlen Open Air, auch liebevoll BOA genannt, fand letztes Jahr noch auf einer saftigen Wiese an besagter Mühle in Schöneck statt, doch dieses Jahr zog man um, wegen der besseren Möglichkeiten Strom und Wasser zu zapfen. Heraus kam ein Festival voller Kuriositäten - aber lest selbst! Freitags erreichen wir erst am späten Nachmittag das Gelände rund um die Vogtlandarena nahe Klingenthal und ahnen zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was da alles auf uns wartet. Ein Vorauskommando informiert uns schon vorab darüber, dass der Zeltplatz wohl äußerst klein sein soll und als wir am Eingang anhalten, sehen wir gar keinen Zeltplatz. Nun gut, denken wir uns, der wird wohl etwas versteckt sein, aber der junge Mann am Einlass weist, antwortend auf die Frage wo man campen könnte, auf den Schotterparkplatz vor uns. Wir fragen noch mal nach, vielleicht haben wir ihn ja nicht richtig verstanden!? Ein paar Augenblicke später versuchen wir bei 30°C, Heringe zwischen die Schotterbollern zu bekommen, um unser Zelt aufzubauen aber vergebens. Fazit: Der “Zeltplatz” ist der blanke Hohn! Ausreden wie “Wir wussten ja nicht, dass so viele Leute zelten wollen…” prallen an uns ab, denn wenn man ein 2 Tagesfestival veranstaltet, muss man damit rechnen, dass die Metaller campen wollen, schließlich ist das ja auf jedem anderen Festival auch gang und gäbe. Nun gut, wenigstens verspricht der verbesserte Wasseranschluss saubere Toiletten und Duschen. Tja, sauber sind die Toiletten zwar aber es gibt pro Geschlecht ganze 3 (!) Stück und von Duschen ist plötzlich auch keine Rede mehr. Mir platzt das erste Mal der Kragen und langsam beschleicht mich das Gefühl, dass der Umzug zur, durchaus beeindruckenden, Skischanze ganz andere Gründe hatte als ein läppischer Strom- oder Wasseranschluss…. [g]

STABBED TO DEATH und DYING HUMANITY verpassen wir leider, da das Festival bereits um 17 Uhr beginnt und somit außerhalb der Reichweite arbeitender Bevölkerungsschichten mit längerem Anfahrtsweg liegt. Die ersten Klänge, die unsere Ohren erreichen, stammen von GANYMED, einer Pantera-Coverband, die man sich auch vom Auto aus anhören kann; das Material ist schließlich bekannt und nicht sehr reizvoll, weswegen unsere kleine Meute lieber zum kühlen Bier in die Kofferraumtheke greift.

Anschließend bitten FLESHLESS zum Tanz und die sind einfach mal sehr überzeugend! Die Jungs rumpeln sich sehr variabel durch ihr Set, untermalt von einem äußerst agilen Sänger. Zu meiner Freude hat der jede Menge Pig-Growls im Gepäck und heizt der, etwas klein geratenen, Meute vor der Bühne mächtig ein. Die Wechsel von langsam-groovigen und berstig-schnellen Passagen steht der Band äu?erst gut zu Gesicht und spricht quasi jeden im Festzelt an. Ein rundum gelungener Gig und für mich der perfekte Einstieg in den Freitagabend! [g]

Als nächstes gehen THRONAR ins Rennen und die Holländer haben auch gleich noch ihr neues Album “Unleash The Fire” mit im Gepäck. Geboten wird eine Mischung aus Viking und PaganMetal, allerdings kann man das so genau auch nicht sagen, denn an mein Ohr prallen Einflüsse aus allen möglichen Genres und vielleicht hat die Band ihre Vergangenheit, die eher im BlackMetal wurzelte, noch nicht ganz abgelegt. Schlimm ist das jedoch nicht: Der Sound ist gut und die, immer noch recht kleine, Meute willig; man kann den Jungs plus Mädel also nichts Schlechtes nachsagen. [g]

Dass das Festzelt schlagartig voller wird, kann nur heißen, dass BlackMetal-Hexe Onielar mit ihren Mannen von DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT im Anmarsch ist und die Meute nach jeder Menge Blut giert. Durch den kurzfristigen Ausfall vom Bassisten wirkt der Gig allerdings ein wenig saft- und kraftlos, im Ganzen aber durchaus routiniert. Leider fließt weniger Blut als sonst, was den Mob aber nicht daran hindert, die Band ordentlich abzufeiern und das BlackMetal Feuerwerk zu genießen. Für die heimische Couch: “Evoking A Decade”; quasi die gesammelten Werke. [g]
Trotz Alledem an dieser Stelle noch einmal Hochachtung vor einer Band, die trotz eines spontanen Ausfalles die Fans nicht im Stich lässt und eisern das Set durchzockt. [b]

Mit reichlich Verspätung, bedingt durch den Vorfall mit dem DNS Bassisten, startet die letzte Band des Abends: FLESHCRAWL. Und hier wird nicht erst lang gefackelt sondern das Gaspedal voll durchgetreten, zur Freude aller Anwesenden. Geboten wird technischer, schneller und äußerst brillanter DeathMetal im Elchkostüm, wobei der Gig nicht nur durch Perfektion glänzt sondern durch die publikumsnahe Art der Band zu überzeugen weiß. Daher: Daumen hoch, für diesen gelungenen Abschluss des Abends! [g]

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