Asphyx, Enthroned, Desaster, Mortjuri - Weimarhalle, Weimar

erstellt von Berzerker am 02.11.08

Das Team des Party.San Open Air lädt zum alljährlichen Herbstgemetzel, diesmal nicht zeitgleich zum Weimarer Zwiebelmarkt, sondern ein paar Wochen später. Viele bekannte Leute und natürlich die erstklassige Bandauswahl sind gute Gründe, sich am kalten Novemberabend gepflegt die Rübe abzuschrauben. Die kleinere der beiden WeimarHallen erweist sich als nahezu exzellente Location, die mit gut 450 Zuschauern so gefüllt ist, dass alle Band vor voller Hütte spielen. Auch der Klang ist dort wahrlich gut, einzig im Vorraum ist es immer ein wenig eng.

Den Anfang machen die Jenaer MORTJURI. Allerdings verpasse ich biertrink- und shoppingtechnisch einen Großteil des Auftritts. Das Gehörte klingt aber dennoch sehr fein, als Vergleichsgrößen können hier Suidakra, Wolfchant oder auch Graveworm herangezogen werden. Die Keys sind wohlplatziert und nicht so dominant, dass sie irgendwann stören würden. Sänger Tobias hat ein recht hohes Organ, was aber zur allgemeinen Stimmung der Band gut passt. Außerdem spart er in seinen Ansagen nicht mit Witz und Selbstironie („Kauft unsere neue Platte, lest auf Metal.de Kritiken… 2 von 10 Punkten.“ oder „Wir haben uns vorgenommen, Desaster unter den Tisch zu saufen. Kein Problem…“), was auch sehr erfrischend rüber kommt. Leider ist das Publikum beim Opener noch etwas hüft- und vor allem nackensteif, erst bei der abschließenden Bandhymne ‘Mortjuri’ rotieren mehr als drei Köpfe auf einmal.

Zügig weiter geht es dann mit den Black-Thrashern DESASTER, die bereits zu Beginn auf eine beachtliche Fanschar blicken können und ihr Publikum jederzeit sicher in der Hand haben. Mein Fall ist die Band nicht unbedingt, weswegen ich den Gig aus sicherer Entfernung von der Bar aus genieße. Der Sound und die Stimmung sind aber generell klasse, die Band hat sichtlich Spaß am Auftritt und spielt ein schickes Set durch die Bandgeschichte. “Teutonic Steel”, “Past… Present… Forever…” oder das neuere “Hellbangers” sind hier gewiss die Highlights, weil sich auch das Publikum als sehr textsicher erweist. Zum Abschluss feuern die Jungs noch ein begeisterndes ‘Tormentor’ in die Runde und verabschieden sich nach einer sehr kurzweiligen Dreiviertelstunde.

So richtig schwarz wird es aber erst jetzt. Die Horde von ENTHRONED entern im Räucherstäbchendunst die Bühne und legen gleich derbe los. Die frostklirrenden und blasphemischen Hassbolzen, die einem da von der Bühne entgegen geschleudert werden, sind einfach der Hammer. Besonders “Evil Church” und “Tellvm Scorpionis” vom letzten Album “Tetra Karcist” haben es mir angetan. Vielleicht liegt es an der schwarzmetallischen Unnahbarkeit der Band oder auch an der gespannten Erwartung auf den übermächtigen Headliner, jedenfalls sind die vorderen Reihen bei ENTHRONED ein wenig spärlicher besetzt als zuvor. Was natürlich auch sein Gutes hat-mehr Platz zum Bangen!

Dann endlich ist es soweit: ASPHYX. Es ist unglaublich, was diese Band für eine Hitdichte hat. Und es ist unglaublich, wie die Leute Martin van Drunen und Co. Bereits beim Soundcheck abfeiern. Der Fronter ist sowieso einer der sympathischsten im ganzen Metal-Zirkus. Seine Ansagen sind super, er widmet nahezu jedem Song jemandem vom Party.San Team, denn, und da hat er vollkommen Recht, der Winterwar ist für ASPHYX ein Heimspiel. Seit der gefeierten Reunion beim PSOA 2006, hat Herr van Drunen ein ausgezeichnetes Verhältnis zu Thüringen. Und die Fans auch zu ihm und seiner Band. Von der ersten Sekunde an gehen die Leute tierisch ab. Und wer es sich leisten kann, Songs wie “M.S. Bismarck” bereits an zweiter Stelle des Sets zu spielen, ist verdammt gut. Die Jungs auf der Bühne strotzen nur so vor Spielfreude und das Publikum frisst ihnen aus der Hand. Einen besonderen Höhepunkt gibt’s dann noch beim neuen Song “Death The Brutal Way” – Martin verkündet nämlich offiziell, dass es ein neues ASPHYX-Album geben wird! So wird das Konzert zu einem Nacken vernichtenden Siegeszug, mit weiteren Krachern wie “The Krusher”, “Evocation”, “Wasteland Of Terror”, “Pages In Blood” und natürlich “The Rack”. Dieses Riff ist für die Götter! Die Zugabe nach fast anderthalb Stunden Spielzeit schenke ich mir, denn ich bin auch so fertig genug nach diesem sensationellen Abschluss.

Wir danken unserem Gastautor Fabian Böttner für sein Werk!!!


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