Satyricon, Zonaria - Easy Schorre, Halle/Saale

erstellt von Germanenhelga am 22.12.08

Endlich! Es ist Freitag und das lang ersehnte Satyricon - Konzert steht auf dem Plan. Ich schlüpfe also ins Auto meiner, im Doppelpack anrückenden, charmanten Begleitung und ab geht’s nach Halle. Dort angekommen treffen wir vor der Schorre auf gähnende Leere und fragen uns leicht besorgt, ob wir uns vielleicht im Tag geirrt haben?!

Als wir die Schorre betreten, haben ZONARIA bereits gespielt. Laut Augen- und Ohrenzeugen, wurde die Band pünktlich um 20 Uhr auf die Bühne gejagt und musste 20.30 Uhr bereits wieder die Koffer packen. Die wenige Leutchen, die sich zufällig vor die Bühne verirrt hatten, waren alles andere als begeistert von der Band, aber, da ich sie nicht gesehen habe, kann ich mir kein Urteil erlauben und nur das wiedergeben, was mir berichtet wurde.
Alles in Allem ist keiner traurig, dass ZONARIA nur so kurz gespielt haben oder man sie einfach verpasst hat, denn im Prinzip sind wir ja eh alle wegen Satyricon da. ‚Alle’ heißt in diesem Fall, wenn man ganz großzügig die komplette Belegschaft mitzählt, etwa 300 Mann. Warum es hier so leer ist, der Saal ist gerade mal zur Hälfte gefüllt, kann ich mir nicht erklären, aber es fällt auf, dass besonders die großen Bands immer weniger Leute ziehen. Am Eintrittspreis kann es jedenfalls nicht gelegen haben, denn mit schlappen 20 Euro ist man eigentlich ganz gut bedient.

Nach einer schier endlosen Umbaupause betreten die Mannen, plus Dame an den Tasten, um Satyr die in kaltes Licht getauchte Bühne und legen ohne Umschweife los. Als Einstimmung gibt’s zwei Songs von den ganz alten Scheiben, die heute Abend besonders durch den schlechten Sound auffallen. Eine Masse an Klängen, vollkommen undifferenziert, prallt ans Ohr und alle hoffen, dass das irgendwie noch besser wird. Die Probleme sind dann schnell behoben und die Menge kann den Auftritt ohne Ohrenzucken genießen. Mittlerweile sind SATYRICON dazu übergegangen, das neue Material in die Meute zu schleudern und Satyr wagt sich sogar ein paar Schrittchen von der Bühne, um Kontakt zur total ausrastenden Menge zu suchen. Ich muss sagen, dass ich es schon lange nicht mehr erlebt habe, dass ein ganzer Saal am moshen ist und nach jedem Song als geschlossene Einheit die Fäuste in die Höhe reckt. Jede Ansage wird frenetisch bejubelt, Songs werden lauthals mitgegrölt, kurzum: Die Stimmung ist einfach genial! Hitverdächtige Granaten wie “K.I.N.G.”, “Now, Diabolical”, “Repined Bastard Nation”, “The Pentagram Burns” oder “Havoc Vulture” heizen die ganze Sache noch an, aber eigentlich hätte die Band jeden Song spielen können und die Leute wären trotzdem total aus dem Häuschen gewesen. Insgesamt wird eine gelungene Mischung geboten, die fast jedes Album einmal streift und bevor man es sich versieht, ist der Zauber auch schon vorbei. Natürlich lässt sich hier keiner lumpen und mit einem Umweg über Fussballgesänge kommt man dann zu den obligatorischen ‚Zugabe’-Rufen, denen die Band nach einer kurzen Pause gerne nachkommt. Zum Abschluss greifen die Jungs noch mal ganz tief in die Überraschungskiste und zaubern, fast hätte man es ahnen können, „Mother North“ raus. Nach circa 70 Minuten ist dann endgültig Schluss, die Jungs bedanken sich artig mit Verbeugung beim Publikum und entlassen eben dieses mit glückseligem Lächeln im Gesicht in Richtung Ausgang.

Insgesamt gesehen kann man sagen, dass das wahrlich ein Hammer-Gig war, der keine Wünsche offen ließ! Alle waren extrem gut drauf, die Zeit verging wie im Flug und vor allem hat sich die Band von der geringen Anzahl an Metallern nicht abschrecken lassen; ja, da merkt man mal wieder, dass die Jungs eben nicht erst seit gestern auf der Bühne stehen und mit solchen Gegebenheiten professionell umgehen können.
Wer SATYRICON noch nie gesehen hat, sollte dies schleunigst nachholen, denn hier bekommt das Publikum geboten, was es erwartet!


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